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ISBN/EAN: 978-8-02-735608-9
Einband: kartoniertes Buch
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Auflage:
1. Auflage 2022
1. Auflage 2022
Erschienen am:
16.12.2022
16.12.2022
Sprache:
Deutsch
Deutsch
Umfang:
60 S.
60 S.
Format (T/L/B):
0.4 x 22.9 x 15.2 cm
0.4 x 22.9 x 15.2 cm
Hersteller:
e-artnow s.r.o.
kristoferpaetau@gmail.com
Za sidlistem 22
CZ 14300 Prague
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Eine blassblaue Frauenschrift (Historischer Roman)
Wien 1936: Gewissenskonflikt, Antisemitismus und Ehekrise in der Zwischenkriegszeit
8,70 €
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Beschreibung
Franz Werfels historisch grundierte Erzählung Eine blassblaue Frauenschrift führt in das Wien des Jahres 1936, wo der hohe Beamte Leonidas Tachezy an seinem fünfzigsten Geburtstag einen Brief seiner einstigen jüdischen Geliebten Vera erhält. Die zarte Handschrift ruft eine verdrängte Vergangenheit wach und stellt ihn vor eine moralische Entscheidung, die seine Karriere, Ehe und Selbstachtung berührt. In präziser, psychologisch durchdringender Prosa verbindet Werfel Gesellschaftsporträt, Gewissensdrama und politische Vorahnung; das Werk steht im Kontext österreichischer Moderne und Exilliteratur. Werfel, 1890 in Prag geboren, gehörte zu den prägenden deutschsprachigen Autoren jüdischer Herkunft des frühen 20. Jahrhunderts. Seine Erfahrungen mit dem Zerfall der Habsburgermonarchie, dem Antisemitismus und der erzwungenen Emigration schärften seinen Blick für Schuld, Mitläufertum und bedrohte Humanität. Gerade diese biographische Spannung erklärt die eindringliche Darstellung eines Mannes, der sich hinter gesellschaftlicher Form verbirgt. Dieses Buch empfiehlt sich Lesern, die historische Literatur nicht als bloße Kulisse, sondern als moralisches Erkenntnisinstrument verstehen. Werfels schmale, dichte Komposition zeigt, wie private Schwäche politisch bedeutsam wird, und bleibt deshalb von beklemmender Aktualität.